Wie Sie Ihr Reisebüro online vermarkten – Teil 2

Laut einer Gemeinschaftsstudie von Google und TUI werden fast 90 Prozent aller Reisen heute online vorbereitet. Auch wenn das Reisebüro der FUR Reiseanalyse zufolge bei Reisen ab fünf Tagen immer noch die beliebteste Anlaufstelle für die Buchung ist, müssen sich stationäre Büros neue Wege überlegen, um Ihre Kunden zeitgemäß anzusprechen.

Das Social Web bietet dabei zahlreiche Möglichkeiten für die Online-Vermarktung. Von der reinen Information bis zu interaktiven Service-Angeboten: Wir zeigen Ihnen in unserer vierteiligen Serie, wie es geht.

In diesem zweiten Teil der Serie, erfahren Sie, wie Sie als Fortgeschrittene die Bindung zu Ihren Kunden durch Austausch in Sozialen Netzwerken weiter vertiefen können. Lesen Sie hier den ersten Teil der Serie.

Stufe 2: Fortgeschrittene – Kunden durch Interaktion binden

Während sich die erste Stufe auf die reine Informationsvermittlung beschränkte, können Reisebüros mit etwas mehr Erfahrung das Social Web nutzen, um direkt mit Ihren Kunden in Interaktion zu treten. Dafür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

So beinhalten alle Social-Media-Kanäle und Blogs eine Kommentarfunktion. Lassen Sie hier Kommentare zu und antworten Sie Ihrer Community regelmäßig. Binden Sie Ihre Kunden aber gleichzeitig auch aktiv ein. Mit Fragen, kleinen Umfragen oder Gewinnspielen eröffnen Sie den Dialog und aktivieren Ihre Kunden.

Kunden aktivieren

Fragen Sie Ihre Kunden beispielsweise nach dem letzten Urlaub und bitten Sie die Community, ihre schönsten Reisebilder zu posten. Der beste Beitrag könnte dann einen kleinen Preis erhalten. Sie könnten aber auch eine kleine Umfrage durchführen, welche Reiseziele sich Ihre Kunden am meisten wünschen und Ihre Inhalte anschließend gezielt darauf ausrichten.

Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und probieren Sie ruhig verschiedenen Dinge aus. Sie werden schnell ein Gefühl dafür entwickeln, welche Themen bei Ihren Kunden am besten ankommen.

Dabei bieten die verschiedenen Kanäle auch hier wieder unterschiedliche Möglichkeiten. Möchten Sie Ihre Community Bilder posten lassen, eignet sich Instagram am besten, für kleinere Umfragen bietet sich Facebook an und ein Meinungsaustausch über spezifische Themen kann in Ihrem Blog stattfinden. In einem Redaktionsplan vermerken Sie schließlich besonders beliebte Aktionen, legen neue Postings in diesem Bereich fest und definieren diese für die jeweiligen Kanäle.

Wichtig: Entscheiden Sie sich einmal dafür, die Kommentarfunktion zu aktivieren und Interaktion zuzulassen, müssen Sie Kommentare auch regelmäßig lesen und darauf reagieren. Unregelmäßige Reaktionen wirken schnell unprofessionell und können das Gegenteil der gewünschten Kundenbindung bewirken: Erhalten Kunden keine Antwort, sind sie schnell enttäuscht und wenden sich von Ihrer Seite ab.

Von Viralität profitieren

Ein großer Vorteil von Interaktionen ist auch, dass sie die Viralität von Social Media verstärken. Unter viralen Inhalten versteht man heute Beiträge, die sich im Social Web schnell reichweitenstark verbreiten. Wenn Nutzer Ihre Beiträge beispielsweise teilen, profitieren Sie also auch von deren Reichweite. Darüber hinaus lohnt es sich, Themen mit relevanten Hashtags (#) zu versehen, welche als eine Art Verlinkung für bestimmte Begriffe funktionieren und auch in Kommentaren gerne verwendet werden.

Mobile Marketing: Der Kundenservice 2.0

Soziale Netzwerke ermöglichen es Ihnen aber auch, Ihren Kundenservice auf ein völlig neues Level anzuheben. Nutzen Sie Mobile Marketing gezielt, um Ihren Kunden den besten Service zu bieten und schnell auf Anfragen reagieren zu können.

Dafür eignen sich vor allem kostenlose Messenger mit Chatfunktionen, wie der Facebook oder WhatsApp Messenger. Für die Kundenkommunikation haben Sie hier verschiedene Möglichkeiten. So können Sie beispielsweise Broadcast-Listen für einen interaktiven Newsletter erstellen. Nutzer können dann auf Ihren Newsletter antworten, ohne, dass die anderen Empfänger die Konversation wie in einem Chat lesen können. Selbstverständlich können Sie auch per SMS mit Ihren Kunden in Interaktion treten. Allerdings sind Anfragen hier je nach Vertrag möglicherweise auch mit Kosten für Ihre Kunden verbunden, was die Interaktionsfreudigkeit schmälern würde. Wichtig: Die DSGVO schreibt vor, dass die Erlaubnis vom Kunden den Versand eines Newsletters vorliegen muss. Diese erteilt er beispielsweise über ein Double-Opt-in.

Für welche Methode Sie sich auch entscheiden, das Mobile Marketing bietet eine gute Option, die Beziehung zu Ihren Bestandskunden weiter zu stärken. Denn Kunden werden nicht nur persönlich angesprochen, sie können Anfragen auch bequem und ohne großen Aufwand von unterwegs schicken. Für eine schnelle Reaktion Ihrerseits werden sie Ihnen dann mit großer Wahrscheinlichkeit mit ihrer Treue danken.

Der dritte Teil unserer Serie beschäftigt sich mit der Onlinevermarktung für Experten: Kundenbindung und Neukundengewinnung.