Visuelle Inspiration mit Instagram & Co.

Im ersten Teil unserer Artikelserie zu Social Media im stationären Reisebüro stand der grundsätzliche Umgang mit den sozialen Netzwerken im Mittelpunkt. In diesem zweiten Teil dreht sich alles um das Thema Bilder.

Kundenbindung stärken und Lust aufs Reisen machen: Genau dafür sind soziale Netzwerke der richtige Ort. Urlaubsfotos gehören zu den beliebtesten Inhalten in den weltweiten Timelines. Laut einer aktuellen Studie sind schöne Fotomotive gerade für junge Menschen das wichtigste Kriterium für die Wahl des Urlaubsorts. Reisende wollen ihre Erfahrungen direkt teilen und warten damit nicht bis zum heimischen Fotoabend.

Dieser stetige Austausch im Netz ist für Reiseexperten die perfekte Umgebung, um ihr Wissen über die schönsten Destinationen zu präsentieren. Stationäre Reisebüros können so den Kontakt zu ihren Kunden bis zur nächsten Buchung halten. Das beste Mittel für Inspiration und Austausch sind Fotos und Videos.

Die ersten Schritte

Bevor alle Mitarbeiter mit gezücktem Smartphone und laufender Kamera loslegen, sollten Reisebüros interne Zuständigkeiten klären und eine Strategie für den eigenen Social-Media-Auftritt formulieren. Die Ansprache von Neukunden über soziale Netzwerke ist aufwendig und bei lokalen Reisebüros meist mit einem hohen Streuverlust verbunden.

Deswegen ist es sinnvoller, sich zunächst auf Bestandskunden zu fokussieren. Ziel sollte es sein, eine Gemeinschaft von Reiseinteressierten zu bilden und dort das eigene Expertenwissen vorzustellen. Dafür sind regelmäßige Beiträge und eine einheitliche Ansprache nötig. Ein Mitarbeiter sollte die Veröffentlichung neuer Fotos koordinieren und dafür eine gewisse Arbeitszeit pro Woche einkalkulieren.

Website, Facebook und Instagram

Neben der eigenen Website, die mit aktuellen Bildern Ihres Teams, den Räumlichkeiten und einer Außenansicht des Reisebüros bestückt werden sollte, sind Facebook und Instagram die wichtigsten sozialen Medien für eine persönliche Kundenansprache. Während auf Facebook Textbeiträge und Bilder stärker gemischt werden, ist Instagram ganz auf visuelle Medien ausgelegt.

Instagram legt in den letzten Monaten ein starkes Wachstum hin. Allein in Deutschland sind laut aktuellen Prognosen zwischen neun und elf Millionen Nutzer aktiv. Bis 2020 könnte diese Zahl auf 16 Millionen steigen. Die offiziellen weltweiten Nutzerzahlen liegen bei 700 Millionen. Gerade unter Frauen und jungen Menschen ist das soziale Netzwerk beliebt.

Instagram für Unternehmen

Um das meiste aus Instagram herauszuholen, sollten Reisebüros zunächst ein Unternehmensprofil anlegen. Dafür wird ein normales Profil erstellt und anschließend mit der Facebook-Seite des eigenen Reisebüros verbunden. Facebook hat Instagram 2012 gekauft. Viele der Marketingfunktionen laufen deswegen über Facebook.

Mit einem Unternehmensprofil lassen sich erweiterte Statistiken auslesen und Kontaktdaten hinterlegen, die direkt zu Ihrem Reisebüro führen. Dazu gehören auch Öffnungszeiten und eine Adresse. Schließlich sollen interessierte Nutzer ganz einfach zu Ihnen finden. Das alles ist kostenlos und erhöht die Professionalität Ihres Instagram-Profils.

Fotos schießen und Mehrwert liefern

Für viele Reisebüros ist es im ersten Moment eine große Hürde, regelmäßig Fotos zu schießen. Was soll überhaupt fotografiert werden? Stefan Siemon, Social Media Manager bei TUI, nannte fvw.de ein paar Tipps: „Expis könnten auf Inforeisen einige Selfies und Videos auf Vorrat machen.“ Diese lassen sich anschließend, angereichert mit Hintergrundinfos, über längere Zeit in den sozialen Netzwerken verteilen.

Ein gutes Beispiel, wie mit Expertenwissen ein Mehrwert für den Kunden geschaffen wird, sind die Reiseberichte von Jennifer Koriath. Sie arbeitet in einem First Reisebüro in Berlin und veröffentlicht regelmäßig Fotos und Videos ihrer Info-Reisen auf YouTube, Instagram und Facebook.

Um neben schönen Reisebildern auch die Persönlichkeit der Mitarbeiter im Reisebüro nach außen zu transportieren, ist oft gar nicht viel Aufwand nötig. Auch der Arbeitsalltag, Events und Messen sowie Fortbildungen sind gute Möglichkeiten für interessante Bilder, die eine Geschichte erzählen. Ein weiterer Tipp von Social Media Manager Siemon: „Einfach mal zu einer Sehenswürdigkeit in der Nähe des Reisebüros gehen und dort ein Selfie machen.“

Hashtags richtig nutzen

Wer auf Instagram gefunden werden will, muss sogenannte Hashtags in die Beschreibung seiner Fotos einfügen. Sie sind dafür entscheidend, dass Ihre Beiträge über Ihre Abonnenten hinaus wahrgenommen werden. Als organisches Filtersystem machen sie die große Bilderwelt durchsuchbar. Unter beliebten Hashtags wie #travelgram, #urlaub, #strand oder #wanderlust sind Millionen von Fotos zu finden. Neben solchen Klassikern macht es Sinn, die eigenen Fotos auch mit spezifischen Hashtags zu versehen, um spezielle Zielgruppen zu erreichen oder Themen stärker zu gruppieren. Dazu zählt auch der Ort des eigenen Reisebüros. Insgesamt können pro Beitrag bis zu 30 Markierungen vorgenommen werden.

Mit #inselliebe hat das Tourismusmarketing der Insel Sylt einen eigenen Hashtag etabliert, der jetzt von vielen Urlaubern genutzt wird und die schönsten Strandbilder sammelt. Um lokale und verwandte Hashtags zu finden, helfen Suchmaschinen, spezielle Apps oder Beiträge anderer Nutzer vor Ort. Jedes Bild kann nämlich zusätzlich mit einer Ortsangabe versehen werden. So lassen sich beliebte Motive aus jedem Urlaubsort finden und Instagram wird zum bequemen Recherchetool für das nächste Reiseziel.

Nicht nur Fotos und nicht nur Instagram

Instagram ist nicht nur eine Plattform für perfekte Urlaubsfotos. Neben den Bildern auf der Profilseite können auch spontane Schnappschüsse und kurze Videos veröffentlicht werden, die sich nach 24 Stunden automatisch löschen. Selbst Liveübertragungen sind möglich. Seien Sie kreativ und treten Sie in eine spielerische Kommunikation mit Ihren Kunden.

Obwohl Instagram einen großen Nutzerkreis hat, sollten Sie Ihre besten Fotos nicht alleine auf einem sozialen Netzwerk veröffentlichen. Damit sich der Arbeitsaufwand noch mehr lohnt, sind parallele Fotoupdates auf Facebook und Ihrer Website eine gute Idee. Auch für andere Marketingmaßnahmen wie Newsletter und Flyer werden immer wieder neue Bilder benötigt.

Persönlicher Kontakt – online und offline

Machen Sie die eigenen sozialen Netzwerke bei Ihren Stammkunden bekannt. Dadurch gewinnen Sie schnell erste Follower. Bitten Sie Ihre Kunden außerdem, eigene Urlaubsfotos mit einem individuellen Hashtag für Ihr Reisebüro zu posten. Auch ein Gewinnspiel lässt sich so einfach integrieren und erzeugt mehr Aufmerksamkeit.

Bei all den schönen und durchgeplanten Bildern von Sandstränden, Straßenszenen und Berggipfeln ist es wichtig, den persönlichen Kontakt zu den Kunden aufzubauen und zu halten. Folgen Sie Ihren Kunden in den sozialen Medien, liken Sie deren Fotos und reagieren Sie auf Kommentare und Fragen zeitnah. Das ist aufwendig, steigert jedoch Spaß und Motivation und hilft Ihnen, neue Entwicklungen und Trends frühzeitig zu erkennen, denn die Macht der Bilder wird sich weiter steigern. Deswegen lohnt es sich, jetzt Zeit und Energie in eine persönliche Bildsprache zu investieren, die inspiriert und Lust auf Reisen macht.