Nur packen muss man noch selbst – Smart Luggage verspricht, das Reisen mit Gepäck so bequem und fortschrittlich wie nie zu machen. Tatsächlich klingen viele Features der neusten Koffer-Generation beeindruckend: Vom GPS-Tracking über integrierte Waagen bis zum selbstfahrenden Trolley wird das Gepäck zum immer schlaueren Begleiter. Doch wie smart sind „Koffer 2.0“ wirklich?

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Digitalisierung auch Einzug ins Reisegepäck halten würde. Nach smarten Handys, vernetzten Kühlschränken und intelligenten Türschlössern sind es nun Koffer, die mit allerhand High-Tech aufgerüstet werden.

Um die neuen, smarten Vorteile zu nutzen, benötigt der Reisende meist nur ein Smartphone mit passender App – und natürlich einen Koffer mit entsprechender Ausstattung. Diese gibt es mittlerweile von einem guten Dutzend Anbieter, darunter innovative Start-Ups, deren Produktideen durch Crowdfunding-Aktionen  realisiert wurden.

Die Zukunft zum Tragen (und Rollen)

Das wohl gängigste Feature in fast allen smarten Koffern ist die Powerbank. Ein integrierter Akku, mit dem sich Handy, iPad & Co. selbst am entlegensten Zipfel der Welt bequem aufladen lassen: Einfach das Gerät mit der USB-Buchse im Koffer verbinden, schon entfällt das lästige Steckdosensuchen etwa im Wartebereich am Airport.

Ebenso häufig wie praktisch sind integrierte Waagen, mit denen sich teure Überraschungen bei der Gepäckaufgabe vermeiden lassen. Schon beim Packen erfährt der Reisende, ob sein Koffer das zulässige Maximalgewicht der Airline einhält oder er besser noch mal umpacken sollte.

Sicherheit geht vor – und reist mit

Die Königsdisziplin der smarten Trolleys heißt Diebstahlschutz. Quasi Standard ist ein eingebauter GPS-Empfänger, der, je nach Hersteller, nicht nur die aktuelle Position aufs Handy des Besitzers schickt, sondern auch Bescheid gibt, wenn die Reisetasche auf dem Gepäckband bereitsteht. Mitunter funktioniert das Öffnen und Verschließen ganz einfach mit dem persönlichen Fingerabdruck – oder der Koffer verriegelt sich selbsttätig, sobald das per Bluetooth gekoppelte Smartphone eine festgelegte Entfernung überschreitet.

Noch einen Schritt weiter in Richtung Zukunft geht das sogenannte Electronic Tag, das den bisher üblichen Papieranhänger ersetzen soll. Auf dieses in den Koffer integrierte E-Ink-Display lassen sich die individuellen Gepäckdaten per Smartphone übertragen. Der Vorteil: Unterstützt die jeweilige Airline – und das ist aktuell nur Lufthansa – diese neue Technologie, lässt sich der Koffer bequem von zu Hause einchecken und am Flughafen in wenigen Sekunden aufgeben.

Dort angekommen, kann Smart Luggage selbst beim Weg zum Drop-Off-Schalter behilflich sein. Manche Trolleys folgen dem Besitzer ganz automatisch – oder sie fungieren gleich als kleines Elektrogefährt: Einfach auf den Koffer setzen und mit bis zu 13 km/h an anderen Reisenden vorbeisausen.

Smart Luggage – lohnt sich das?

Doch wie immer bei der schönen, neuen Digitalwelt ist auch beim schlauen Gepäck nicht alles Gold, was smart glänzt. Die schlaue Technik hat auch ihr Gewicht: Bis zu vier Kilogramm extra können anfallen, die vom Besitzer sowohl transportiert werden müssen als auch das Reisegepäck bis zur erlaubten Freigrenze verringern.

Mitunter lassen sich die integrierten Lithium-Ionen-Akkus nicht herausnehmen – was dazu führt, dass die Aufgabe der Koffer bei einigen Fluglinien, etwa American Airlines, British Airways und Delta Airlines, verboten ist. Für Reiseverkäufer lohnt es sich also, den Kunden zu fragen, ob er smartes Gepäck benutzt, damit es am Flughafen keine böse Überraschung gibt.