Sicherheit ist ein Kernanliegen der Reisebranche. Hochwasser in Frankreich, ein Putschversuch in der Türkei, Terroranschläge in Europa: Durch die Häufung von Naturkatastrophen und globalen Sicherheitsrisiken ist das Thema Reisesicherheit und Krisenmanagement wichtiger denn je.

Schon einfache Störungen wie Streiks oder Unwetter können Reisen stark beeinträchtigen. Für Reisebüros und Reiseveranstalter bedeutet das: wissen, was in der Welt wann und wo passiert. Dabei hilft das Krisenmanagementsystem A3M Global Monitoring, das unter dem Dach des Deutschen Reiseverbandes (DRV) entwickelt wurde. Wir erklären, wie das funktioniert.

Die Welt im Blick: mit Global Monitoring

Krisen kommen unerwartet. Wenn Unwetter, Infektionskrankheiten, Streiks, Anschläge oder Demonstrationen Chaos verbreiten und die Infrastruktur lahmlegen, müssen Reisedienstleister professionell und überlegt agieren, manchmal ihre Kunden sogar aus dem Krisengebiet evakuieren. Damit das möglichst nicht passiert, setzen viele Reiseveranstalter, Reisebüros, Hotels und weltweit agierende Unternehmen auf digitale Informations- und Frühwarnsysteme.

Die Arbeitsweise: Eine rund um die Uhr besetzte Redaktion analysiert und bewertet weltweit drohende Gefährdungen – von der Schneelawine in Frankreich bis zum Unwetter in Bangkok. Auch harmlosere Fälle wie Verkehrsbehinderungen aufgrund von größeren Streiks oder Demonstrationen werden erfasst. Wichtig ist: Die Ereignisse werden auf einer Gefahrenskala von eins (niedrig) bis fünf (hoch) eingeordnet und als Warnmeldung mit allen relevanten Informationen zum Ausmaß und zur Dauer der Störung im System dargestellt und zusätzlich an die Systemnutzer versendet.

Als Basis dient ein Fundus aus über 500 Informationsquellen, darunter aktuelle Reisehinweise des Auswärtigen Amtes, Agenturmeldungen, Informationen der jeweiligen Botschaften, soziale Medien, internationale Zeitungen, Informationen von Wetterdiensten zu Unwettern oder von Forschungszentren zu Erdbeben oder Vulkanausbrüchen. Pro Tag kommen rund 30 bis 50 versendete Meldungen zusammen.

Das Herzstück des Global-Monitoring-Systems – die georeferenzierte Karte

Dreh- und Angelpunkt des Warnsystems ist eine georeferenzierte Karte – das Prinzip ist ähnlich wie bei Google Maps oder OpenStreetMap. Das Zauberwort lautet hier: GPS-Lokalisierung. Die Karte zeigt alle gesammelten und ausgewerteten Ereignisse mit unterschiedlichen Symbolen an, wie z.B. einer Windböe für Wirbelstürme oder einer Welle für Tsunamis. Je nach Gefahrenstufe sind die Symbole entsprechend farblich markiert.

Weltweites Monitoring ist über die georeferenzierte Karte möglich. Die Ereignisse lassen sich auch nach Gefahrenstufen oder Standort filtern. Quelle A3M

Voraussetzung für die Nutzung ist ein registrierter Account. In der kostenlosen Basisversion liefert die Startseite von Global Monitoring einen Überblick über aktuelle Ereignisse, die Risiken für Urlaubs- oder Geschäftsreisende bergen. Zahlende Kunden haben zusätzlich Zugriff auf einen speziellen Login-Bereich mit detailliertem Kartenmaterial, einer Übersicht aller erfassten Krisenereignisse und einer Länderdatenbank mit Hintergrundinformationen.

Inzwischen nutzen sowohl mittelständische Reiseveranstalter als auch große wie TUI, Thomas Cook, DER Touristik oder FTI das Global Monitoring-System. Im Sekundentakt wird die Welt quasi abgescannt, um festzustellen, wo gerade etwas passiert ist. Damit erleichtert das System den Reiseveranstaltern nicht nur die Information, sondern auch die Betreuung und logistische Hilfe für die Gäste. Das Kriseninformationssystem entwickelt sich immer mehr zu einem Branchenstandard.

Identifizierung von evtl. betroffenen Gästen

Speziell für Reiseveranstalter oder internationale Unternehmen ist eine Funktion integriert, die es ermöglicht, die Informationen zu den Ereignissen umgehend mit den jeweiligen Aufenthaltsorten von Gästen und Mitarbeitern zu kombinieren. So wird schnell erkannt, ob sich Gäste oder Mitarbeiter in einem von einer aktuellen Krise betroffenen Gebiet aufhalten oder eine Reise dorthin gebucht wurde. Der Vorteil: Unternehmen werden hierdurch in ihrer Fürsorge- und Informationspflicht unterstützt, Geschäfts- und Urlaubsreisen werden sicherer.

Kunden, die sich selbstständig über aktuelle Krisen, Verkehrsbeeinträchtigungen und Streiks auf dem Laufenden halten wollen, profitieren von der mobilen Version des Global-Monitoring-Systems, die seit Oktober 2017 auch als App für Geschäftsreisende und Privaturlauber zur Verfügung steht.       

Über das integrierte Kommunikationssystem werden Mitarbeiter und Verantwortliche der Reiseveranstalter bzw. Unternehmen automatisch über relevante Ereignisse via SMS und E-Mail informiert. Die Kommunikation mit den Gästen erfolgt ebenfalls über Oberflächen und Schnittstellen des Systems. Quelle: A3M.

Darstellung der Gästeanzahl eines Reiseveranstalters in verschiedenen europäischen Hotels. Quelle: A3MDarstellung der überschwemmten Gebiete in Thailand während der Überflutung 2011. Die unterschiedliche farbliche Kodierung stellt verschiedene Gefährdungsniveaus dar. Quelle: A3M