Dies ist ein Gastbeitrag des DRV-Mitgliedsunternehmens fairaway.

Die Digitalisierung ist in aller Munde, nicht nur im Rahmen der re:publica 2019, die sich immer mehr auch unserem Herzensthema Nachhaltigkeit zuwendet. Das nehmen wir zum Anlass, uns einmal genauer anzuschauen, was die Digitalisierung für Auswirkungen auf den Tourismus hat, wie es um den nachhaltigen Impact steht – und was unserer Ansicht nach trotz allen Fortschritts noch „analog“ besser für das individuelle Reiseerlebnis ist.

Digitalisierung im Tourismus auf einen Blick:

  • 43 Prozent der Deutschen suchen ausschließlich online nach Reiseangeboten
  • Die Inspiration für jede 4. Reise kommt aus dem Netz
  • Digitale Assistenten, Virtual Reality und WLAN im Flugzeug werden immer weiter entwickelt

Reiseplanung online: Der Beginn der Digital Customer Journey

Bei fast der Hälfte der Menschen beginnt die Reise laut einer Studie von Bitkom aus dem Jahr 2018 im Internet. Und zwar erstmal ganz simpel mit einer Recherche – über Google oder direkt über Anbieter. 25 Prozent der Reiselustigen suchen sich davor auch noch ihre Inspiration, welches Reiseziel es denn sein soll, online. Hier spielen auch die sozialen Medien wie Facebook und Instagram eine große Rolle – der Großteil der reisenden User teilt seine Erfahrungen mit eindrucksvollen Bildern. Und auch Reiseblogger dienen als Vorbilder, wenn es um die Urlaubsplanung geht: Hier bekommen Länder und Reiserouten ein Gesicht und authentische Reiseberichte sorgen für Vertrauen in die eigene Entscheidung.

Digital Reisen buchen: Vorteile

Geht es dann an die Buchung, nennen Reisende viele organisatorische und praktische Vorteile: Zum Beispiel, dass man nicht von den Öffnungszeiten eines Reisebüros abhängig ist, dass man Zeit spart und dass es unendlich viele Angebote gibt, die man direkt vergleichen kann. Und sollte man etwas stornieren wollen, ist das nur einen Mausklick entfernt. Auch was die Bezahlung einer Reise betrifft, gibt es online mittlerweile viel praktischere und schnellere Methoden als die klassische Überweisung an das Reisebüro. Manch einer geht auf Nummer sicher und schaut sich sein potenzielles künftiges Reiseziel erst einmal per 360-Grad-Ansichten an, bevor er sich entscheidet.

Digitalisierung im Tourismus: Das fehlt den Kunden

  • Persönlicher Kontakt und Beratung
  • Vertrauen in die Online-Buchung
  • Datensicherheit

Die Vorteile der digitalen Customer Journey für den Kunden sind unbestritten da. Doch je nachdem, wie ein Online-Anbieter aufgestellt ist, fehlt der persönliche Kontakt zu einem Experten in Menschengestalt. Gerade Kunden, die keine Digital Natives sind, bevorzugen daher nach wie vor den Gang zum Reisebüro: Während die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen online bucht, sind 58 Prozent der über 60-Jährigen bei der Urlaubsbuchung offline unterwegs. Hier schätzen sie es, einen realen Ansprechpartner vorzufinden, der für die individuelle Beratung oder die Beantwortung von Fragen zuständig ist. Damit einher geht das Vertrauen, dass alles klappt, sowie die Unsicherheit, was mit den Daten passiert, die man im Internet lässt.

Maschine vs. Mensch

Online-Reisebüros arbeiten tatsächlich vermehrt mit Künstlicher Intelligenz, was das Gefühl der Kunden bestärkt, dass die Beratung auf der Strecke bleibt – nach dem Motto „Was weiß eine Maschine schon, wie ich meinen Urlaub verbringen will?“ Tatsächlich werden digitale Assistenten zunehmend intelligenter und können durch geschicktes Abfragen viele Kundenwünsche erfüllen. Doch den persönlichen Kontakt kann KI (noch) nicht ersetzen. Deswegen setzen wir von Fairaway auf einen Mix: Sie als Kunde können online recherchieren und eine Vorauswahl treffen, die eigentliche Planung der Reise wird dann aber im engen Austausch mit einem Reiseexperten vor Ort gemacht. So können Sie maximalen Einfluss nehmen – und profitieren von Insiderwissen, denn wer kennt einen Ort besser als jemand, der dort schon lange wohnt?

Clever unterwegs: Hilfreiche Apps

Haben Sie schonmal versucht, sich mit einem Stadtplan bewaffnet in einer großen Stadt zurechtzufinden? Dann wissen Sie bestimmt, dass das manchmal ganz schön tricky ist. Nicht nur für dieses Problem gibt es im Zuge der Digitalisierung einfache Lösungen. Hier stellen wir Reise-Apps vor, die Ihnen so manche Erleichterung vor Ort verschaffen:

  • Offline-Kartenapps wie MapsMe: Hier laden Sie vor der Reise Karten runter, die Sie dann vor Ort abrufen können – ohne auf WLAN oder teure Roaming-Gebühren angewiesen zu sein.
  • Übersetzungs-Apps wie Google Übersetzer: Auch hier kann Wortschatz vor der Reise runtergeladen werden. So können Sie, wenn Ihnen die Worte fehlen, direkt darauf zugreifen. Zum Beispiel, wenn Sie Überraschungen bei der Essensbestellung vermeiden wollen.
  • Währungsrechner-Apps wie XE Currency: Ebenfalls offline zu verwenden, wenn Sie blitzschnell umrechnen wollen. Auch praktisch – vor allem, wenn man mit mehreren Leuten reist: Apps, mit denen man Ausgaben festhalten kann, wie z. B. Splitwise.
  • AroundMe: Mit dieser App finden Sie wichtige Punkte in Ihrer Umgebung, z. B. Bankautomaten, Tankstellen oder Restaurants.
  • Yuggler: Sie reisen mit Kindern? Diese Apps zeigt Ihnen Aktivitäten mit Kindern an – Gold wert, wenn jemand unterwegs quengelig wird.
  • Prey Anti-Diebstahl: Ist Ihnen schonmal Ihr Handy geklaut worden? Kein Beinbruch, aber ärgerlich. Diese App hilft Ihnen, das Mobiltelefon wieder aufzuspüren. Und sorgt beim Dieb für unangenehme Überraschungen wie zum Beispiel einen lauten, schrillen Ton.
  • WeatherPro: Wetter-Apps gibt es viele, aber diese hier ist besonders genau und gibt viele Zusatzinformationen wie zum Beispiel den UV-Index oder Wetterwarnungen.
  • Erste-Hilfe-Apps, z. B. von Malteser: Diese App hilft Ihnen, in gesundheitlich brenzligen Situationen ruhig zu bleiben und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, bis Sie professionelle Hilfe bekommen.
  • SAS Survival Guide: Sie lieben es, in der einsamen Natur zu sein – und sind ein echter Abenteuer-Junkie? Diese App weiß alles über das Überleben in der Wildnis.
  • Reise-App vom Auswärtigen Amt: Gerade bei Fernreisen ist es hilfreich, sich vor und während der Reise informieren zu können, wie die gegenwärtige Lage im Land ist. Dafür ist die App vom Auswärtigen Amt ideal.
  • TripIt: Mit dieser App können Sie alle ihre digitalen Reiseunterlagen an einem Ort speichern.

Übrigens: Einen E-Reader benutzen statt Bücher zu kaufen zahlt sich in Sachen Nachhaltigkeit aus, wenn Sie ein Vielleser sind: Schon ab 10 Büchern im Jahr. Davor ist die Bilanz eines E-Readers – zum Beispiel was die Herstellung betrifft – schlechter, als sich Bücher zu kaufen. Allerdings gibt es auch noch nachhaltigere gedruckte Alternativen, zum Beispiel auf Recyclingpapier oder Second-Hand-Bücher.

Online-Bewertungen: Top oder Flop?

Online Bewertungen sind Fluch und Segen zugleich – einerseits möchte man schöne Plätze unterstützen, andererseits nicht durch die Verbreitung im Netz dem Massentourismus ausliefern.

1. Online-Bewertungen von Restaurants

Sie kenne das wahrscheinlich auch: Sie kommen am Reiseziel an, sind hungrig und nutzen schnell das Wi-Fi in Ihrer Unterkunft, um nach Bewertungen für Restaurants in der Gegend zu schauen. Auch wenn Geschmäcker verschieden sind, findet sich so meist passables Essen – doch oft landen Sie auch in Touri-Fallen, die mit der authentischen Küche des Landes wenig zu tun haben. Solche Restaurants finden sich an schönen Plätzen in der Altstadt, man zahlt für die Lage einen Aufpreis, vielleicht spielt noch eine Band. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind die unbekannten Orte, die kleinen, versteckten Restaurants. Diese machen vielleicht von außen nicht viel her, aber verwenden die frischesten Zutaten, sind die Stammlokale der Locals und treten Besuchern mit Herzlichkeit entgegen. Solche Tipps bekommen Sie meistens nicht online, sondern im direkten Austausch – zum Beispiel mit Ihren Gastgebern in Unterkünften.

2. Online Bewertungen von Unterkünften

Apropos Gastgeber: Diesen können Sie mit Online-Bewertungen einen großen Gefallen tun. Denn wer als kleine Unterkunft keine guten Bewertungen auf den gängigen Portalen hat, geht oft in der Masse der Hotels unter. Wenn Sie mit Ihrer Unterkunft happy waren, nehmen Sie sich doch ein paar Minuten Zeit und rühren Sie die Werbetrommel. Grundsätzlich gilt: Nutzen Sie die Vorteile der Digitalisierung verantwortungsbewusst. Dann unterstützen Sie Ihre Lieblingsplätze, ohne sie dem Massentourismus auszuliefern und damit auf lange Sicht kaputtzumachen. Und legen Sie das Handy lieber öfter weg und sprechen Sie mit den Menschen. Macht mehr Spaß, ist besser für die Haltung und verspricht die einzigartige Erfahrungen.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Tourismus

  • Reiseunterlagen digital: Im Reisebüro bekommen Sie die Unterlagen schön ausgedruckt, teilweise sogar noch mit dem Postauto vorbeigebracht. Bei der Online-Buchung wird das Ganze hingegen digital verschickt. Nutzen Sie darüber hinaus den Online-Check-in, sparen Sie Zeit am Flughafen.
  • CO2 Kompensation online: Es ist kein neues Problem – wer viel fliegt, der ist mitverantwortlich für die starke CO2-Emissionen durch Flugzeuge. Online kann man das zwar nicht rückgängig machen, aber zumindest ausgleichen. Bei atmosfair zum Beispiel können Sie ausrechnen, wie Ihr Verbrauch bei einem bestimmten Flug ist, woraufhin Ihnen ein Betrag zur Spende angezeigt wird. Damit werden dann Projekte unterstützt, die CO2-Emissionen an anderer Stelle reduzieren.
  • Durch die Digitalisierung ist die Kommunikation mit den Menschen vor Ort weitaus leichter und schneller geworden. So können zum Beispiel wir unkompliziert mit kleinen, lokalen Anbietern zusammenarbeiten und unterstützen damit langfristig die lokale Wirtschaft. Und bringen außerdem nachhaltige Konzepte in die Welt.

Digitalisierung und Tourismus: Zukunftsvisionen

Der technische Fortschritt rast voran, und so wird sich auch im Tourismus in Sachen Digitalisierung noch viel weiterentwickeln. Man kann sich zum Beispiel nicht nur Reiseziele vorher per Virtual Reality anschauen, sondern auch, wie die Orte früher aussahen. Manche Fluggesellschaften sorgen dafür, dass die Passagiere auch in der Luft nicht offline bleiben müssen, und bieten WLAN an. Viele Passagiere fänden es darüber hinaus toll, wenn man unterwegs Infos über die Länder oder Städte bekommen würde, die gerade überflogen werden. Und wie wird die Reisebuchung der Zukunft wohl aussehen? Wird es irgendwann komplett digitale Berater geben, die Ihren Urlaub von vorne bis hinten planen und auch bei Fragen und Problemen kompetent reagieren? Wir finden: Klingt unheimlich spannend, und gleichzeitig sind wir überzeugt davon, dass keine Maschine persönliche Empfehlungen geben und das Gefühl für ein Land so authentisch transportieren kann wie die Bewohner selbst.

Und zum Schluss noch ein Tipp: Wenn Sie am Urlaubsort angekommen und eingerichtet sind, drücken Sie den Pause-Knopf – eine Woche ohne Handy kann Wunder bewirken.